Einen Bungalow modern und einfach bauen wie Le Corbusier

Wegweisender Architekt für das moderne Bauen

Schlichte und einfache Bauten wie ein Bungalow beeindrucken heute. Wenn die Kinder aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen sind, stellt sich die Frage: Welche Art von Haus benötigen wir noch? Schnell kommt der Haustyp Bungalow ins Spiel.

Ein Meister des einfachen und mordernen Bauens war der zunächst in Europa und später weltweit aktive Architekt Le Corbusier. Er brachte seine architektonischen Neuerungen in den 1920er-Jahren in Artikeln und Manifesten zum Ausdruck und entwarf revolutionär-moderne Gebäude.

Dazu gehören die jetzt in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung als Weltkulturerbe anerkannten, 1927 entstandenen Häuser Bruckmannweg 2 und Rathenaustraße 1 bis 3. Bei letzterem handelt es sich um ein Doppelhaus, das Le Corbusier gemeinsam mit seinem Cousin Pierre Jeanneret entworfen hat. Seit 2006 beherbergt es das Museum der Weissenhofsiedlung.

Sein analytisches Denken in den beiden Komponenten Tragwerk aus Beton und Beiwerk ermöglichte es Le Corbusier, neue Entwürfe zu gestalten. Zumal das Beiwerk andere Gebäude zuließ, innen wie außen. Folgende fünf Punkte – alle am Stuttgarter Doppelhaus Rathenaustraße erkennbar – fassen seine Architektur zusammen.

Die Stützen wie bei einem Bungalow als Holzhaus in Holzständerbauweise: Bei einem Haus mit einem Betongerippe als Tragwerk entfällt die Notwendigkeit tragender, traditionell raumabschließender Außenmauern. Le Corbusier öffnet daher die Grundfläche, indem er seine Entwürfe „aufstelzt“. So lässt sich die Fläche unter dem eigentlichen Gebäude nutzen, das Bauwerk bekommt einen leichten, schwebenden Charakter – besondere bei stark durch Hanglagen strukturierten Bauflächen.

– Der Dachgarten: Die geradlinigen, kastenförmigen Entwürfe von Le Corbusier haben oftmals Flachdächer und erinnern an einen Bungalow. Sie sind als Dachgärten nutzbar und bedeuten einen deutlichen Flächen- und Funktionsgewinn.

– Die freie Grundrisszeichnung erinnert an einen Bungalow: Die Entwürfe von Le Corbusier verzichten auf die Trennung in tragende und nichttragende Wände. Innenräume lassen sich frei und flexibel gestalten: Sehr große, von Pfeilern strukturierte Räume mit Loft-Charakter sind so möglich, wie bei einem eingeschossigen Bungalow.

– Das Langfenster: Breite Fenster können sich, dank der Pfostenstruktur geringfügig unterbrochen, über die gesamte Gebäudelänge erstrecken. Das lässt helle Räume und Fassaden mit stark betonter Horizontale zu, wie bei einem Bungalow.

– Die freie Fassadengestaltung wie bei einem Bungalow: So entstehen bei Holzhäusern viele neue Gestaltungsoptionen der Fassade. Vor allem Fenstergrößen und -formen profitieren davon.

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