Neue WIRKsam-Broschüre zur Fokussierungsphase

Grundlage für erfolgreiche KI-Projekte im Unternehmen

Hürth, 23.07.2026 – Das Kompetenzzentrum WIRKsam hat eine neue Broschüre zur sogenannten Fokussierungsphase im Vorgehensmodell zur Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen veröffentlicht. Sie bietet eine praxisnahe Orientierung für Betriebe, die den Einsatz von KI systematisch vorbereiten und nachhaltig gestalten möchten.

KI einführen heißt, Arbeit ganzheitlich gestalten

Die Einführung von KI verändert Arbeitssysteme umfassend – sie betrifft nicht nur technologische Aspekte, sondern auch Abläufe, Rollen, Zusammenarbeit und Anforderungen an Beschäftigte. Genau hier setzt die Fokussierungsphase an: Nachdem ein konkreter Anwendungsfall identifiziert wurde, dient sie dazu, diesen detailliert zu analysieren, Anforderungen zu präzisieren und eine belastbare Grundlage für die Umsetzung zu schaffen.

Von der Analyse zur fundierten Entscheidungsbasis

Im Zentrum der Broschüre steht der ganzheitliche Blick auf die Dimensionen Mensch, Technik und Organisation (MTO). Unternehmen erhalten Einblicke in praxisbewährte Methoden, um bestehende Prozesse und Tätigkeiten zu erfassen, die Belegschaftsstruktur zu analysieren und organisationale Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Ziel ist es, ein realistisches Verständnis des Arbeitssystems zu entwickeln und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Partizipation als Schlüssel zum Erfolg

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der partizipativen Gestaltung: In Workshops werden Mitarbeitende, Führungskräfte und Expert:innen aktiv in die Entwicklung zukünftiger Arbeitssysteme eingebunden. So entstehen Lösungen, die nicht nur technisch funktionieren, sondern auch von den Beschäftigten akzeptiert und getragen werden.

„Die Fokussierungsphase ist der entscheidende Schritt, um aus einer ersten Idee ein tragfähiges KI-Projekt zu entwickeln. Hier schaffen wir Transparenz, schärfen Anforderungen und legen den Grundstein für eine erfolgreiche Umsetzung“, sagt Dr. Markus Harlacher, Projektkoordinator im Kompetenzzentrum WIRKsam.

„Besonders wichtig ist uns dabei die frühzeitige Einbindung der Beschäftigten. Nur wenn ihre Perspektiven berücksichtigt werden, entstehen Lösungen, die langfristig akzeptiert und wirksam sind“, ergänzt Dr. Adjan Hansen-Ampah, Projektkoordinator bei WIRKsam.

Soziotechnisches Lastenheft als Ergebnis

Die Ergebnisse der Fokussierungsphase werden im sogenannten soziotechnischen Lastenheft gebündelt. Dieses bildet die verbindliche Grundlage für die anschließende Realisierung des KI-Systems und stellt sicher, dass technische Entwicklung und Arbeitsgestaltung eng miteinander verzahnt bleiben.

Praxisorientierte Unterstützung für Unternehmen

Mit der neuen Broschüre stellt WIRKsam Unternehmen ein praxisorientiertes Instrument zur Verfügung, um KI-Einführungsprojekte strukturiert, partizipativ und arbeitswissenschaftlich fundiert voranzutreiben.

Die Broschüre steht ab sofort online zur Verfügung: 

Das Kompetenzzentrum WIRKsam unterstützt bei der Identifikation und Auswahl von KI-Anwendungsfällen und begleitet insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Einführung von KI. WIRKsam wurde im November 2021 gegründet und hat ein Reallabor auf dem euronova CAMPUS in Hürth. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Regionale Kompetenzzentrum für Arbeitsforschung unter dem Förderkennzeichen 02L19C600ff. WIRKsam setzt sich aus fünf Forschungsinstituten, drei Enablern, elf Anwendungs-unternehmen und elf Value-Partnern zusammen. Zu den beteiligten Forschungsinstituten gehören das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (ITA) und das Institut für Mobile Autonome Systeme und Kognitive Robotik der FH Aachen (MASKOR) sowie als Projektkoordinator das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V. (ifaa) in Düsseldorf. Weitere Forschungspartner sind das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik, Sankt Augustin (FIT) und der Lehrstuhl für Technik und Individuum der RWTH Aachen University, Aachen (iTec). Das WIRKsam-Reallabor in Studio 6 auf dem euronova CAMPUS gibt Einblicke in die aktuelle Forschungsarbeit. Demonstratoren mit Einsatz von KI können zukünftig live erprobt werden. Elf kleine und mittelständische Unternehmen aus der Industrie beteiligen sich an dem Forschungsprojekt und werden von dem interdisziplinären Wissenschaftsteam begleitet.

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