Rücktritt zu Guttenberg – Ende einer kollektiven Hetzjagd

Berlin (wnorg) – Geschafft – Tausende selbst ernannter Wissenschaftsjäger dürfen aufatmen. Die Beute ist zur Strecke gebracht. Das Triumphgeheul derer, die zur Hatz aufgerufen hatten, ist lauter als bei einem gewonnenen Weltmeistertitel. Deutschland ist nun endlich politisch wieder vollständig sauber. Denn fehlende Zitierhinweise in einer alten Doktorarbeit hatten bislang das Gerechtigkeitsempfinden, das politische Moralbewusstsein und das Anstandsempfinden von vielen tausend Mitbürgern mehr gestört als jeder Korruptionsskandal oder jede bereits abgeurteilte Straftat politischer Würdenträger je zuvor.

Der ein oder andere wissenschaftliche Würdenträger hat bei dieser beispiellosen Hetzjagd flugs die Gunst der Stunde genutzt, sich endlich einmal medienwirksam selbst in Szene setzen zu können. Zimperlich waren einige dabei nicht. Auch nicht besonders wissenschaftlich, dann schon eher polemisch, anzüglich und bewusst beleidigend. Menschenwürde und politische Korrektheit wurden dabei mindestens so oft mit Füßen getreten, wie die Zitierpflichten in der zu Recht kritisierten Doktorarbeit. Lynchjustiz per Vorverurteilung: Nichts anderes fand in den letzten Wochen statt. Kein Richter oder Staatsanwalt befasste sich mit diesem Thema. Kein Prozess fand statt. Nicht mal das Überprüfungsverfahren an der zuständigen Universität wurde abgewartet.

Das alles macht Angst um die politische Kultur in unserem Lande. Selbst TV-Leitmedien gaben zur Hauptsendezeit der Diskussion um eine zwielichtige alte Doktorarbeit gelegentlich bessere Sendeplätze als den Bürgerkriegsopfern in Nordafrika oder den toten deutschen Soldaten in Afghanistan.

Von Anfang an ging es um den Skandalwert eines Politikers, der genauso viel Neid auslöste wie Bewunderung. Nichts interessiert mehr, als der tiefe Fall eines zuvor hochangesehenen Menschen. Nichts ist spektakulärer als einen Armani-Anzug in einer Schlammpfütze landen zu sehen. Das ist politisches Dschungelcamp auf höchstem Niveau und bringt Einschaltquoten, Leserrekorde und Millionen Klicks auf den entsprechenden Webseiten.

Auch darum ging es bei der kollektiven Hetzjagd auf einen viel zu eleganten und sonnigen, jungen Hoffnungsträger im Lager der oft viel zu alten, langweiligen und undurchsichtigen Politikbranche.
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